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Donnerstag, 26. April 2007
Heise meldet:
Bei der Feier des Welttags des geistigen Eigentums am heutigen Donnerstag in der Akademie der Künste in Berlin waren sich der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und Bundesjustizministerin
Brigitte Zypries einig: Die Öffentlichkeit müsse stärker über den Wert
von Schutzrechten aufgeklärt werden; und diese Schutzrechte müssten
zudem global besser durchgesetzt werden. Wichtig sei die
"Sensibilisierung aller Beteiligten für den Wert und die Schutzwirkung
des geistigen Eigentums", betonte Carsten Kreklau, Mitglied der
Hauptgeschäftsführung des BDI. Zypries befand ebenfalls, dass die
"Information der Öffentlichkeit" "erheblicher Baustein" sei, um ein
"Bewusstsein für den Wert geistigen Eigentums" in den Köpfen der Leute
zu verankern.
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Montag, 25. Dezember 2006
Spiegel Online meldet: Am Mittwoch lädt der Chaos Computer Club (CCC) zu seinem alljährlichen Hackertreffen nach Berlin ein. Grundlegende Fragen werden die Nerds und Geeks umtreiben: Wem kann man eigentlich noch trauen? Aber auch banale Probleme: Hält das Kongress-WLAN? Und wo ist eine freie Steckdose?
Zum Chaos Communication Congress sollte man am besten mit einem extra langen Netzwerkkabel anreisen. Denn nur dann ist garantiert, dass der eigene Laptop auch wirklich immer ins Internet kommt. In den Vortragssälen wimmelt es nämlich nur so von Switches, in die sich die angereisten Hacker als erste Amtshandlung kollektiv einklinken. Eine längere Strippe ist da hilfreich, weil sie auch bis zu einem freien Stuhl reicht. Das ebenfalls vorhandene Kongress-WLAN erweist sich in der Regel als hoffnungslos überlastet.
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Sonntag, 24. Dezember 2006
Die süddeutsche.de im Interview mit Lawrence Lessing Der US-Amerikaner Lawrence Lessig, Jahrgang 1961, unterrichtet Rechtswissenschaften an der Stanford University. Er zählt zu den herausragenden Experten in Verfassungsrecht, Vertragsrecht und den rechtlichen Verhältnissen im Internet . Als Gründer des Stanford Center for Internet and Society schreibt er regelmäßig Kolumnen auch für nicht-akademische Magazine wie Wired, Red Herring und CIO Insight. Lessig gilt als scharfer Kritiker des herkömmlichen strengen Urheberrechts, da dieses die Kreativität und Innovationskräfte im Zeitalter der Digitalisierung gefährde. Er gründete die Initiative Creative Commons, eine gemeinnützige Gesellschaft, die im Internet verschiedene Standard-Lizenzverträge anbietet, mit denen Autoren der Öffentlichkeit Nutzungsrechte an ihren Werken einräumen können. Auch darüber hinaus setzt er sich für freie Software und die weltweite Open-Source-Bewegung ein. Für dieses Engagement wurde Lessig mit dem Freedom Award der Free Software Foundation ausgezeichnet und zu einem der "Top 50 Visionaries" der amerikanischen Wissenschaftler gekürt. Im Augenblick forscht Lessig an der American Academy in Berlin.
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Montag, 30. Oktober 2006
Pro-Linux meldet: Mehr als zwei Drittel aller freien Softwareprojekte verwenden die GNU
General Public License (GPL). Nimmt man einmal an, dass es nicht
Gedankenlosigkeit, sondern eine bewusste Entscheidung der meisten
Entwickler war, kommt zwangsläufig die Frage auf, warum die GPL so
offensichtlich die erfolgreichste freie Softwarelizenz ist. Schließlich
ist sie nicht ohne Nachteile. Ihre stellenweise unklare Formulierung
und die fehlende Berücksichtigung neuerer Entwicklungen wie DRM,
Softwarepatente oder das Ausführen von Programmen übers Web hat die
Free Software Foundation dazu veranlasst, die GPLv3 als Nachfolgeversion der GPL zu entwerfen.
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Donnerstag, 5. Oktober 2006
Golem meldet: Die Sorge der Schweizer Kulturschaffenden betrifft vor allem
künstlerische Methoden, bei denen die Bearbeitung, Änderung,
Transformation oder Neu-Komposition von bestehenden Werken im
Vordergrund steht. Derartige Kunstformen seien durch die
Urheberrechtsentwicklung massiv bedroht: "Wir
können davon ausgehen, dass die Bedeutung solcher Ansätze in der
hochmediatisierten Welt des 21. Jahrhunderts noch zunehmen wird. Die
aktuelle Revision des Urheberrechts wäre die ideale Gelegenheit, diesen
Entwicklungen Rechnung zu tragen. Sie droht aber in die
entgegengesetzte Richtung zu gehen: Anstatt eine zeitgemäße Balance
zwischen Schutz und Zugang zu definieren, werden die Interessen der
traditionellen Verwertungsindustrien einseitig bevorzugt."
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Dienstag, 3. Oktober 2006
Der Spiegel meldet: Ja, der 3. Oktober ist ein besonderer Tag. Sogar weltweit, nur nicht
zwangsläufig ein Feiertag. Während Deutschland sich über die Einheit
freut, ärgern sich Bürgerrechtler über die Schutzmechanismen der
Content- und Hardwareindustrie. Ausgerechnet ein Disney-Boss soll zum Thema digitales Rechtemanagement
(DRM) gesagt haben: "Wenn die Kunden merken, dass es einen DRM-Schutz
gibt, was er ist und wie er funktioniert, dann sind wir schon
gescheitert." Das Zitat ist freilich aus dem Zusammenhang gerissen,
verdeutlicht aber trotzdem, wohin die Anti-DRM-Bewegung will, indem sie heute weltweit zum Protesttag gegen DRM aufruft:
Die unbedarften Konsumenten aufklären, in welcher Weise die
Unterhaltungsindustrie den freien Umgang mit Inhalten beschränkt, die
Käufer gängelt und letzten Endes deren Bürgerrechte einschränkt. Kaputt
von Anfang an, Defective by Design heißt die Initiative der Free
Software Foundation, der Urheberin der Kampagne. Mit Aufklebern und
spektakuläreren Aktionen - Demonstranten im Schutzanzug warnen
Apple-Käufer vor einer "DRM-Infektion" ihrer iPods - soll beim den
Kunden das Bewusstsein geschärft werden, auf DRM-geschützte Produkte zu
verzichten. Wenn nicht aus ideologischen Gründen, dann zumindest aus
dem Unwillen heraus, defekte Ware zu kaufen.
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Dienstag, 3. Oktober 2006
Heise meldet: Drei Punkte sind es im wesentlichen, um die gestritten wird:
Softwarepatente, DRM und Lizenzchaos. Sind Softwarepatente überhaupt
Thema für eine Softwarelizenz? Für einige Entwickler und auch den
Linux-Verband offenbar nicht. Bei aller Einigkeit in der
grundsätzlichen Kritik an Softwarepatenten sind etwa für Elmar Geese,
Vorsitzender des Linux-Verbandes, Lizenzen "kein geeignetes Werkzeug
für die Auseinandersetzung mit diesem Thema". Politische Fragen wie der
Kampf gegen Softwarepatente sind die eine, eine im Urheberrecht
begründete, vor Gericht durchsetzbare Lizenz eine andere Sache.
Die FSF sieht das anders: Was nutzen alle Freiheiten, die die GPL
dem Nutzer einer Software lässt, wenn diese Freiheiten gleichzeitig
durch Patentansprüche eingeschränkt werden? Bernhard Reiter von der
Free Software Foundation Europe kann die ganze Aufregung um den
Patentpassus nicht nachvollziehen: "Schon die GPLv2 enthält eine
Patentklausel, die zu einer impliziten Freigabe betroffener Patente
führt, wenn eine Software unter GPL gestellt wird." Die GPLv3
formuliere diese Regelung lediglich deutlicher. Und, so die FSF in
ihrer Antwort
auf die Kritik: "Die GPLv3 führt nicht dazu, dass ein Unternehmen sein
ganzes Patentportfolio verliert, wie behauptet wurde". Die Lizenz
verbiete lediglich, Anwender einer GPL-lizenzierten Software wegen der
Verletzung eigener Patente, die diese Software betreffen, zu verfolgen.
Beim Thema DRM ist der Widerspruch deutlicher. Der Konflikt macht sich fest an einem Gerät: Der TiVo
ist ein digitaler Videorecorder, der mit Linux läuft. Wie es die GPL
verlangt, hat der Hersteller die Quelltexte seines Systems offengelegt.
Allerdings führt das Gerät nur Code aus, den der Hersteller digital
signiert hat. Die Konsequenz: Der Anwender kann das System zwar nach
seinen Vorstellungen erweitern, aber das Ergebnis läuft nicht mehr auf
der TiVo-Hardware. FSF-Gründer Stallman und Rechtsprofessor Eben
Moglen, Rechtsvertreter der FSF, sehen darin den Geist der GPL
unterlaufen – eine Position, die viele Open-Source-Entwickler teilen.
Die GPLv3 soll derartige technische Tricks ausdrücklich verbieten.
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