Heise meldet:
Drei Punkte sind es im wesentlichen, um die gestritten wird:
Softwarepatente, DRM und Lizenzchaos. Sind Softwarepatente überhaupt
Thema für eine Softwarelizenz? Für einige Entwickler und auch den
Linux-Verband offenbar nicht. Bei aller Einigkeit in der
grundsätzlichen Kritik an Softwarepatenten sind etwa für Elmar Geese,
Vorsitzender des Linux-Verbandes, Lizenzen "kein geeignetes Werkzeug
für die Auseinandersetzung mit diesem Thema". Politische Fragen wie der
Kampf gegen Softwarepatente sind die eine, eine im Urheberrecht
begründete, vor Gericht durchsetzbare Lizenz eine andere Sache.
Die FSF sieht das anders: Was nutzen alle Freiheiten, die die GPL
dem Nutzer einer Software lässt, wenn diese Freiheiten gleichzeitig
durch Patentansprüche eingeschränkt werden? Bernhard Reiter von der
Free Software Foundation Europe kann die ganze Aufregung um den
Patentpassus nicht nachvollziehen: "Schon die GPLv2 enthält eine
Patentklausel, die zu einer impliziten Freigabe betroffener Patente
führt, wenn eine Software unter GPL gestellt wird." Die GPLv3
formuliere diese Regelung lediglich deutlicher. Und, so die FSF in
ihrer Antwort
auf die Kritik: "Die GPLv3 führt nicht dazu, dass ein Unternehmen sein
ganzes Patentportfolio verliert, wie behauptet wurde". Die Lizenz
verbiete lediglich, Anwender einer GPL-lizenzierten Software wegen der
Verletzung eigener Patente, die diese Software betreffen, zu verfolgen.
Beim Thema DRM ist der Widerspruch deutlicher. Der Konflikt macht sich fest an einem Gerät: Der TiVo
ist ein digitaler Videorecorder, der mit Linux läuft. Wie es die GPL
verlangt, hat der Hersteller die Quelltexte seines Systems offengelegt.
Allerdings führt das Gerät nur Code aus, den der Hersteller digital
signiert hat. Die Konsequenz: Der Anwender kann das System zwar nach
seinen Vorstellungen erweitern, aber das Ergebnis läuft nicht mehr auf
der TiVo-Hardware. FSF-Gründer Stallman und Rechtsprofessor Eben
Moglen, Rechtsvertreter der FSF, sehen darin den Geist der GPL
unterlaufen – eine Position, die viele Open-Source-Entwickler teilen.
Die GPLv3 soll derartige technische Tricks ausdrücklich verbieten.
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